Zwischen den Zeiten" war ursprünglich der Titel einer von Wilkos Bilderserien und drückte seine Befindlichkeit aus,
in einer Zeit zwischen zwei Epochen zu leben. Durch die Zusammenarbeit in der Ajagap-Gruppe entwickelte
sich das Thema immer weiter. Die Erfahrung sanfter Übergänge, harter Brüche, aber gelegentlich auch der
Stagnation in Wissenschaft, Technik und Gesellschaft findet ihren Ausdruck in den hier ausgestellten Bildern.
So sehr diese Entwicklungen gesamtgesellschaftlicher, wenn nicht globaler Natur sind, so werden sie doch in ihren
Auswirkungen auf die eigene Person sehr individuell wahrgenommen und verarbeitet, was auch in den deutlich
unterschiedlichen Malstilen der einzelnen ajagap Maler seinen sichtbaren Ausdruck findet.
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'Between the Times' was originally the title of one of Wilko's Picture Series and expressed his awareness of living in a time between two epochs. Through working together in the Ajagap Group, the theme was further developed. Experiences of gentle transitions, harsh breaks and occasional stagnations of science and society are expressed in the pictures shown here.
As much as these are developments of society as a whole, or even nature as a whole, they find individual expression in the distinctively different styles of each Ajagap painter.
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Kommentar (click here to read this Review in English)
Am Sonntag den 2. August wurde im Tilman Riemenschneider Haus (Nähe ehemaliges Krankenhaus) in Osterode eine interessante Vernissage eröffnet, die noch bis zum 31. Oktober zu sehen ist.
Drei Maler stellen hier ihre Werke der zeitgenössischen Kunst unter dem Motto "Zwischen den Zeiten" der interessierten Öffentlichkeit vor.
Ein Wort zu dem gewählten Thema "Zwischen den Zeiten".
Zwischen den Zeiten heißt nichts anderes, als die Zeit zwischen Vergangenheit und Zukunft, also Gegenwart.
Wenn die Vergangenheit und die Ahnungen oder Vorstellungen der Zukunft beleuchtet werden, so wirft das ein entsprechendes Licht auf unsre Jetzt-Zeit, eben auf unsre Gegenwart.
Und diesen schwebenden Jetzt-Zustand künstlerisch darzustellen und Ausdruck zu verleihen haben sich die drei äußerst talentierten Maler zur Aufgabe gemacht.
Es handelt sich bei den Künstlern um Wilko aus Herzberg, dem Engländer Dai Harding, und der Engländerin Angela Phillip.
Dass allen drei Malern ein außergewöhnliches Talent bescheinigt werden muss, steht außer Frage.
Der Kunstmaler Wilko zitierte in seiner Eröffnungsrede Karl Valentin: "Kunst kommt von können, aber wenn man etwas kann, ist es keine Kunst mehr." Dem Valentin-Zitat lässt sich in diesem Zusammenhang eine einfache Wendung geben: Die Künstler sind im wahrsten Sinne des Wortes Könner.
Künstler sind stets sehr feinfühlige Beobachter ihrer Umwelt und haben den anderen Menschen die Begabung voraus, gestalterisch darstellen und umsetzen zu können.
Jeder der die ausgestellten Bilder betrachtet hat, wird das bestätigen können.
Auch die warmherzige englische Künstlerin Angela Phillip sagte einen interessanten Satz: "Die Wahrheit hat viele Gesichter, aber das einzelne Gesicht ist eine Lüge."
Die Malerin möchte damit wohl sagen, dass erst viele Gesichter - also die verschiedenen Aspekte einer Welt - zusammengenommen eine ganze Wahrheit ergeben.
In der Ausstellung geht es aber vornehmlich um "einzelne Gesichter", eben um Wirklichkeiten, um die verschiedenen Sichtweisen der jeweiligen Künstler auf die Gegenwart.
Und wie exzellent die gestaltende Umsetzung dieser Wirklichkeiten in Bilder gelungen ist, zeigt diese außergewöhnliche Vernissage.
Wirklichkeit liegt im Auge des Betrachters, deshalb sei hier nicht allzuviel über die einzelnen Bilder zu verraten, nur soviel:
Die beindruckenden Bilder des intellektuellen Herzberger Malers Wilko zeigen eine künstlerisch wertvolle Umsetzung seiner Zukunftsvisionen, der unterschiedlichen Aspekte des einzelnen Menschens in seiner manchmal hilfloson Position im gesellschaftlichen Umfeld. Sehr beindruckende und - im positiven Sinne- oftmals auch provozierende Bilder.
Dem naturwissenschaftlich interssierten Kunstmaler Dai Harding geht es in seinen eindrucksvollen Bildern darum, eine Art von Neugestaltung darzustellen. Die Werke zeigen auf interessanteste Weise das Verhältnis der subatomaren, unseren Sinnen nicht zugänglichen Welt, zur Gestaltung der Natur, zu der uns sichtbaren Erscheinungs-Welt. Eben zu einer Art der Umgestaltung. Hier ist dem Künstler eine sehenswerte hervorragende Umsetzung des Themas im Bild gelungen.
Die mütterlich-warmherzig wirkende Künstlerin Angela Phlillip malt Bilder etwas anderer Art. Ihr Thema ist hauptsächlich: "Die versteckte Frau". Ihr geht es vorrangig darum, den menschlichen Beziehungen in unsrerer Gegenwart und der Stellung der Frau in ihr ein künstlerisches Gewand zu verleihen. Darüber hinaus malt sie aber auch Bilder die einfach nur zum Betrachten und Reflektieren einladen. Wie ihre Bilder "Blick aus dem Fenster" oder "Blaue Kissen". Ihre Bilder sind absolut sehenswert und laden zum "auf-sich-einwirken-lassen" ein.
Die verschiedenen Kunstwerke wecken in dem Betrachter Gefühle und Gedanken, von denen er kaum ahnte, dass er sie hatte.
Trotz der unterschiedlichen Wahrnehmung und bildhafte Gestaltung der einzelnen Künstler wirkt die gesamte Ausstellung doch harmonisch in sich geschlossen.
Es ist also eine durchaus sehenswerte und anregende Ausstellung, die jeden Besucher bereichert entlässt.
Wolfram und Michael Horn, Bad Grund, 8. August 2009
Wolfram Horn ist Schriftsteller www.Wolfram-Horn.de
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